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Wozu Kinderadiologie?

Die bei Kindern und Jugendlichen auftretenden Krankheitsbilder unterscheiden sich deutlich von denen, die man bei Erwachsenen findet. Dies betrifft nicht nur die allgemein bekannten sogenannten Kinderkrankheiten wie z.B. Röteln, Masern und Mumps sondern eine Vielzahl anderer krankhafter Veränderungen, die viele verschiedene medizinische Fachrichtungen (Urologie, Neurologie, Gastroenterologie etc.) einbezieht. Einige wenige dieser vorwiegend oder ausschließlich im Kindesalter auftretenden Erkrankungen und Fragestellungen, zu deren Abklärung eine radiologische Diagnostik erforderlich ist, sind zur Veranschaulichung im Folgenden aufgeführt.

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Unterschiedliche Erkrankungen

Gastroenterologie:   Volvulus, Invagination, Fehlrotation, Pylorushypertrophie 

Neurologie:               Tethered cord, periventriculäre Leukomalazie,   Intraventrikuläre Blutung, Myelinisierung, Balkenagenesie

Pulmonologie:          Hyaline Membranen, Mukoviszidose

Orthopädie:              Hüftdysplasie, Blount-Disease, Knochendysplasien, Fehlbildungen

Endokrinologie:       Knochenalterbestimmung, prospektive Endlänge, Rachitis

Nephrologie:            Ureterozele, VUR, Gleithoden, Hodentorsion

Traumatologie:        Toddler‘s fracture, Grünholzfraktur, Kindesmißhandlung

Onkologie:                kindertypische Tumorerkrankungen wie z.B. Neuroblastom, Wilmstumor

 

Unterschieliche Diagnostik

Unterschiedliche Erkrankungen benötigen unterschiedliche diagnostische Verfahren. Dies führt dazu, dass bei Kindern neben den üblichen Untersuchungsmethoden, die man aus der Erwachsenenradiologie kennt, Untersuchungsmethoden eingesetzt werden, die beim Erwachsenen kaum oder gar nicht durchgeführt werden, so dass ein Allgemeinradiologe hierin nicht geschult ist. Hierzu gehören z.B. die Miktionszystureterografie (MCU), die Miktionssonourografie, die Sonografie von Hirn und Rückenmark beim Säugling, die Reduktion einer Invagination (Darmeinstülpung) oder die Sonografie der Säuglingshüfte.

 

Unterschiedlicher Stellenwert der Methoden

Neben den Unterschieden im Spektrum der Erkankungen und bei den eingesetzten diagnostischen Methoden gibt es auch Unterschiede bei der Auswahl des jeweils am besten geeigneten Untersuchungsverfahren, denn  die verfügbaren Untersuchungsmodalitäten haben bei Erwachsenen und  Kindern einen unterschiedlichen Stellenwert. So versucht man, wegen der größeren Empfindlichkeit des kindlichen Organismus gegenüber ionisierenden Strahlen, die Computertomographie, die bei Erwachsenen als Standardverfahren gilt, bei Kindern möglichst selten einzusetzen, und möglichst viele Fragestellungen mithilfe der Sonographie zu klären. Dies ist wegen der kleineren anatomischen Verhältnisse auch durchaus möglich: je näher das untersuchte Organ unter der Körperoberfläche liegt, um so besser kann der Ultraschall es beurteilen. Die beim Kind eigesetzten hochauflösenden Ultraschallköpfe sind wegen der damit verbundenen geringen Eindringtiefe bei Erwachsenen oft nicht zu verwenden. Daher erfordert die Anwendung des Ultraschalls bei Kindern  eine besondere Übung.

All diese hier aufgeführten Punkte machen es sehr verständlich warum es mehr als sinnvoll ist, einen Spezialisten zu haben, der speziell für die radiologische Untersuchung von Kindern ausgebildet ist.

 

Unterschiedliche Bedürfnisse

Neben diesen fachlichen Punkten ist es jedoch insbesondere für kleine Kinder wichtig, dass sie in einer kindegerechteren Umgebung untersucht werden, als dies in einer für Erwachsene vorgesehenen Abteilung möglich ist, sowie durch im Umgang mit Kindern geschulte Mitarbeiter - nur so lassen sich Ängste abbauen und ein gewisses Vertrauen schaffen.

 

Quintessenz

Aus den obigen Ausführungen wird ersichtlich, dass ein krankes Kind, falls eine bildgebende Diagnostik erforderlich wird, am besten bei einem Kinderradiologen untersucht werden sollte.

 

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